"Hör auf dich immer so aufzuregen. Es nervt!" - Diesen Satz musste ich heute von meiner ach so toll Mutter mir anhören. Ja, aber was soll ich tun. Irgendwann muss ich meine aufgestaute Wut rauslassen. Besonders wenn Leute über ihre "ach so toll" Familie erzählen und wie "perfekt" ihr Leben doch ist. Nichts ist perfekt. Wie auch? Das Leben zerstört einen nur. Aber noch schlimmer sind die Leute, die mit allen verfügbaren Mitteln Aufmerksamkeit bekommen wollen. Ich nenn so eine Person jetzt einfach mal "Barbie". Heute morgen kommt sie in den Klassenraum. Ein fettes Grinsen im Gesicht. Wie immer. Dann hat sie plötzlich einen traurigen Blick drauf und erzählt der ganzen Klasse über ihre familiären Probleme. Hallo? - Das kann sie ihren Freunden erzählen. Der Rest muss das wirklich nicht wissen. Naja, dann kam die zweite große Pause. Ich wollte einfach meine Ruhe haben, denn ich hab zur Zeit echt genug Probleme. "Barbie" meinte, mich ja mal wieder bloß zustellen und sich über mich lustig zu machen. (Angeblich meint sie das ja nie so. Wers glaubt.. ). Dann fängt sie wieder mit dem Thema Familie an und wie schlecht es ihr zur Zeit geht. Ich misch mich natürlich ein. Von wegen es geht ihr schlecht. Ihr geht es jedenfalls viel besser als mir und manch anderen. Gleich darauf folgte die Frage: "Was soll an deinem Leben denn bitteschön so schlecht sein. Erzähl es mir. Ich glaub ja wohl nicht!" Ich hätte ihr ins Gesicht schlagen können. Zugleich hätte ich am liebsten angefangen zu weinen. Gut, es wissen nur wenige Leute über meine derzeitige Gefühlslage, aber SIE hat schon gar nicht das Recht irgendetwas über mein Leben zu sagen. Die letzten 3 Stunden saß sie dann hinter J. und mir. So nervig. Ich hasse diese Person immer mehr. Wenigstens lenkt das von meinen anderen Gefühlen ab. Hass macht sich in mir breit. Nicht unbedingt besser als Trauer. M. musste sich nacher auch noch einmischen. "Barbie" hatte sicher hinter meinen Rücken, während ich mit J. draußen war, über mich lustig gemacht und sonst was erzählt. Ich will es lieber gar nicht so genau wissen. Als der Unterricht vorbei war, hab ich gedacht, dass ich sie endlich los wäre. Aber nein! Sie muss sich neben mich stellen und denkt ich würde noch mit ihr reden. Ich habe sie nur finster angeschaut. Endlich im Bus hab ich Musik gehört. Anscheinend zu laut, nach den Blicken der anderen Leute. Mir war es ziemlich egal. Sollen die doch denken. Wenigstens konnte ich mich so etwas abreagieren. Zu Hause hatte ich endlich meine Ruhe. Sturmfrei. Hielt aber nicht lange an. Irgendwann kamen meine Eltern dann auch schon. Jetzt sitz ich hier. Noch wütender und verzweifelter als heute in der Schule und denk über alles nach. Ich glaub ich werd jetzt Hausaufgaben machen, meinen Bruder anrufen und meine geliebte PSP zurückverlangen.
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